Inflation wird kommen, darüber sind sich nahezu alle Experten einig.
Die größte Neuverschuldung
Schon zweimal brachte eine Inflation die Deutschen um ihre Ersparnisse. Noch sinken die Preise, aber: Die Geldentwertung kommt!
Experten erwarten, dass der Geldwert sinken wird
Die Krise ist doch gar nicht so schlimm – diesem Trugschluss erliegt gerade mancher Deutsche, wenn er an der Zapfsäule oder im Supermarkt steht. Den 50-Liter-Tank eines VW Golf mit Diesel zu füllen kostet 23 Euro weniger als im Sommer 2008. Wer Heizöl einkauft, zahlt sogar 36 Prozent weniger als vor einem Jahr. Und die 30 typischen Waren des täglichen Bedarfs wie Äpfel, Toilettenpapier oder Zucker, die der Informationsdienst „Preiszeiger“ ermittelt, sind aktuell für 29,66 Euro zu haben – Inflation: null Prozent.
Es gibt einige die jetzt schon weiter denken, und fangen an sich ein zu decken, – Sie wollen Ihr Geld sicher anlegen. Und das bedeutet: Sie muss sich vor einer befürchteten Inflation schützen. Sie kaufen Rohstoffe und Immobilien – darunter auch Mietwohnungen als Kapitalanlage, bei Denkmalimmobilien kommen noch die erheblichen Steuervorteile hinzu.
Wirtschaft paradox. Während sich deutsche Kunden über lange nicht mehr da gewesene Preise freuen, richten sich Finanzprofis auf das genaue Gegenteil ein: eine Teuerung mit fatalen Folgen. Preis-Extreme sind gefährlich
Die Wirtschaft entwickelt sich am besten, wenn das Teuerungsniveau stabil ist. Starke Ausschläge nach oben oder unten belasten die Konjunktur
| Inflation |
Deflation |
| * Die Inflationsrate gibt an, wie stark sich die Preise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöht haben. Die Teuerung sollte nach Ansicht der Europäischen Zentralbank nicht mehr als zwei Prozent pro Jahr betragen. |
* Läuft die Wirtschaft schlecht, kaufen Kunden zurückhaltend ein. Um den Umsatz anzuschieben, senken Firmen die Preise. Konkurrenten ziehen bald nach. Geschieht dies über längere Zeit hinweg in vielen Branchen, sinkt das allgemeine Preisniveau – die Wirtschaft steckt in einer Deflation. |
| * Steigen die Preise stärker, verlieren fast alle: Die Kaufkraft der Arbeitnehmer sinkt, da Löhne nicht automatisch an die Inflation angepasst werden. Anleger müssen zusehen, wie die Preissteigerung die Erträge von Festgeld und Anleihen aufzehrt. Unternehmen bezahlen Kredite teuer, weil Banken hohe Zinsen für den Wertverlust des aufgenommenen Kapitals verlangen. Steigt die Inflation sehr rasch, büßt Geld sogar seine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel ein: Die Menschen flüchten in Sachwerte und zahlen mit Ersatzwährungen wie Zigaretten. |
* Anfangs greifen die Kunden bei den Sonderangeboten zu. Folgt aber Preisrunde auf Preisrunde, schieben sie Ausgaben auf, da Auto oder Kühlschrank ja bald noch günstiger zu haben ist. Firmen reagieren mit weiteren Nachlässen – die Konsumenten warten erst recht ab. Werden Unternehmen ihre Waren nicht los, reduzieren sie die Produktion und streichen Jobs. Löhne sinken. Das verstärkt die Unsicherheit der Kunden, sie kaufen noch weniger ... die Abwärtsspirale nährt sich selbst |
Wann „Betongold“ vor der Inflation schützt
Ob Eigenheim oder Eigentumswohnung: Stimmen Potenzial, künftige Wertentwicklung und Finanzierung der Immobilie, sind die eigenen vier Wände ein Erfolgsmodell gegen drohende Wertverluste.
Immobilien: ein Fels in der Brandung
Wohnpreise vs. Inflation Die Wirtschaftskrise hat den Immobilienmarkt bisher nur in Teilen erreicht. „Die Preise für Wohnimmobilien bleiben insgesamt stabil“, resümiert eine neue Studie der Immobilienforscher von BulwienGesa. Eine konstant steigende Inflation vorausgesetzt, raten die Experten, bei selbst genutzten Immobilien vor allem auf den Standort und den möglichen Wertzuwachs zu achten.
Die Lage
n Großstädten wie München, Frankfurt, Dresden oder Stuttgart liegt der Preiszuwachs der Immobilien zwar über der durchschnittlich erwarteten Inflation. Während sich große Wirtschaftszentren stabilisieren, verlieren viele kleinere Standorte an Boden.“ So ist es riskant, ein Eigenheim weit außerhalb der städtischen Regionen auf dem „flachen Land“ zu bauen – vor allem, wenn man es irgendwann einmal ohne allzu große Verluste wieder verkaufen will. Genau prüfen Letztlich bestimmen also Käufer oder Bauherr selbst, ob sie mit der Immobilie auch gleichzeitig einen Inflationsschutz erwerben. Neben der Wahl der richtigen Lage entscheidet auch ein realistischer Einkaufspreis, ob das Wohneigentum im Wert stabil bleibt oder sogar zulegt: im Zweifel einen Sachverständigen hinzuziehen. Alle Kosten beachten Die kritische Prüfung beginnt schon mit der Kalkulation. Denn zum Kaufpreis der Immobilie kommen noch einige Posten hinzu: Gut 3,5 Prozent entfallen auf Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbucheintrag usw. Wer einen Makler einschaltet, zahlt bis zu sechs Prozent des Kaufpreises.
Beim Erwerb eines älteren Objekts sollte der Käufer stets die notwendigen Renovierungsarbeiten einplanen. Auch sollte er vorher kalkulieren, ob er Baukredite weiter bedienen kann, wenn er zeitweilig arbeitslos wird. Diese Mehrkosten summierensich rasch auf fünf bis 15 Prozent des Kaufpreises. Wer daher zuvor nicht genau rechnet, kauft später zu teuer. Aus dem erhofften Gewinn bei Geld-entwertung wird dann nichts. Geschickt finanzieren Durch die Wahl der richtigen Bank und bei einer hohen Wertentwicklung mit entsprechendem Potenzial kann die eigene Immobilie die richtige Antwort auf die Inflation sein. Denn sinkt der Geldwert, lassen sich bestehende Schulden real schneller abbauen: Der Darlehensbetrag bleibt zwar gleich hoch, aber durch die Inflation sinkt der relative Wert der Schulden, während Löhne und Gehälter kräftig steigen. Wer also jetzt eine Immobilie finanziert, sollte eine lange Zinsbindung wählen – möglichst 15 oder mehr Jahre. So sichert er sich gerade während der Inflation langfristig historisch billiges Baugeld.
Via Internet bieten Kreditvermittler 15 Jahre laufende Hypotheken zu Zinsen von 4,25 Prozent effektiv an. Wer lieber bei seiner Hausbank bleibt, sollte sie ruhig mit diesen günstigen Konditionen konfrontieren – sehr oft zieht das Kreditinstitut mit. Flexibilität wahren Selbst wenn eine hohe Inflation wider Erwarten ausbleibt oder die Preise zuerst einige Jahre lang sinken, geht der Bankkunde mit einer langen Zinsbindung kein großes Risiko ein: Jeder Kreditnehmer besitzt nach zehn Jahren ein gesetzliches Kündigungsrecht – auch wenn er ursprünglich eine längere Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren abgeschlossen hat. Zudem sollte er sich von seiner Bank Sondertilgungsmöglichkeiten einräumen lassen. Sie ermöglichen es ihm, sein Darlehen bei Bedarf schneller zurückzuzahlen.

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